Globale Wasserentwicklung

Wasser im 21. Jahrhundert

 
 
Die Entwicklung einer Gesellschaft hängt mitunter davon ab, wie diese mit den zur Verfügung gestellten Ressourcen umgeht. Wenn die globale wirtschaftliche Entwicklung im 21. Jahrhundert weiter voranschreiten soll, mit ähnlichen Wachstumsraten wie sie es bereits im vorherigen Jahrhundert getan hat, ist sie auf eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen angewiesen. Die Menschheit wird im 21. Jahrhundert mit vielen schwierigen, jedoch lösbaren Problemen konfrontiert werden, dann auf eine strukturierte Basis von Ressourcen zurückgreifen zu können, scheint unerlässlich zu sein.

Entwicklung der Weltbevölkerung bis 2050 (in Milliarden)

 20142050
Afrika1,22,0
Asien4,25,3
Europa0,70,7
Lateinamerika0,70,8
Nordamerika0,40,4
Insgesamt7,29,2

Quelle: Vereinte Nationen Stand :Dezember 2014

Wasser spielt in diesem Jahrhundert und wahrscheinlich noch darüber hinaus, eine entscheidende Rolle. Jedoch bekommt das Thema noch nicht die nötige Aufmerksamkeit, die es bekommen müsste. Weder in der Politik noch in der Gesellschaft oder an den weltweiten Börsen widmet man sich dem Thema entsprechend. Dabei sind wir bereits in Europa mit Wasserproblemen konfrontiert. In Deutschland herrscht in der Regel kein Mangel an sauberem Trinkwasser, jedoch leben 120 Millionen Menschen in Europa, die keinen regelmäßigen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Um Herr über das weltweite Wasserproblem zu werden, formulierten die Vereinten Nationen im Jahr 2000 die sogenannten Millenniumsziele. Demnach sollten bis 2015 die Zahl der Menschen, die über keinen regelmäßigen Zugang zu sauberem Trinkwasser verfügen, um die Hälfte reduziert werden. Zugleich sollte der Zugang zu sanitären Einrichtungen deutlich verbessert werden. Würde man Afrika und den Nahen Osten ausschließen, wäre das erste Ziel erreicht worden, das zweite Ziel wird jedoch noch deutlicher verfehlt. Jeder zweite Mensch in den Entwicklungsländern verfügt über keine einfachen sanitären Anlagen. Würden jedoch alle Menschen darüber verfügen, könnten weltweit 10% aller Erkrankungen verhindert werden. Dies zeigt schon alleine den enormen Investitionsbedarf im Sanitärbereich.

Vor allem der Nahe Osten und Nordafrika könnten in absehbarer Zeit auf eine bedrohliche Wasserknappheit zusteuern: Saudi-Arabien, Libyen, Jordanien oder Israel decken große Teile ihres Wasserbedarf aus fossilen Grundwasserspeichern. Diese haben sich allerdings vor Jahrtausenden gefüllt, als das Klima der Region noch feuchter war. Diese Reserven könnten jedoch bereits in wenigen Jahrzehnten zum Teil aufgebraucht sein. Somit sollten bereits jetzt Vorkehrungen und Gegenmaßnahmen getroffen werden, damit eine weitere und nachhaltige Wasserversorgung in diesen Ländern garantiert werden kann.

Aber auch Indien kämpft seit Jahrzehnten mit einer immer stärker werdenden Wasserbedrohung für Land, Leute und Wirtschaft, welche sich in den kommenden Jahren wohl eher noch verschlimmern wird. Nach Angaben von Council on Energy, Environment and Water, ein indisches Non-Profit Forschungsinstitut, hatte jeder Inder im Jahre 1951 Zugang zu bis zu 5200 Kubikmeter Wasser pro Tag. Im Jahre 2010 lag diese Zahl jedoch bei nur noch 1600 Kubikmeter und nach Vorhersagen wird sie in den nächsten 30 Jahren auf unter 100 Kubikmeter fallen. Grund für die bedrohliche Wasserknappheit in Indien ist die rasant wachsende Bevölkerung, die extrem wasserintensive Landwirtschaft, der ineffiziente und oftmals korrupte Transport von Wasserreserven sowie vor allem auch die marode Wasserinfrastruktur, welche verantwortlich für hohe Wasserverluste im ganzen Land ist. Effiziente Bewässerungssysteme, wie sie bereits heute von einigen Unternehmen hergestellt werden, könnten hier ein erster Ansatz sein, konkret die Wasserknappheit in Indien zu mindern.

Der größte Wasserabnehmer ist die Bewässerungslandwirtschaft. Diese beansprucht ca. 70% des Wasserbedarfs. Um in den nächsten Jahrzehnten die Nahrungsmittelsicherheit zu garantieren, immerhin rechnet man bis 2050 mit einem Anstieg der Weltbevölkerung um bis zu drei Milliarden Menschen, müssen bestimmte Maßnahmen getroffen werden. Diese reichen von der Verringerung der Verluste bei der Nahrungsmittelproduktion bis zur Wiederaufbereitung des Wassers. Dafür werden Technologien von Unternehmen zum Einsatz kommen müssen, die sich auf den Bereich Wassertechnologie bereits heute spezialisiert haben. Vor allem wird der Fokus stärker auf den Bereich Bewässerungstechnologie gelegt werden müssen, um die steigende Nachfrage bedienen zu können.

Das Bevölkerungswachstum ist fortschreitend und mit ihr das immer stärkere Verlangen nach den veränderten Nahrungsgewohnheiten. Vor allem Asien und Afrika passen sich mehr und mehr dem westlichen Lebensstil an, welcher jedoch sehr wasserintensiv ist. Auch der Klimawandel verursacht steigende Wasserinvestitionen. Die Weltbank sagte 2010 voraus, dass aufgrund eines Anstieges der Temperatur um 2 Grad zwischen 2020 bis 2050 jährlich bis zu 20 Milliarden Dollar extra in Maßnahmen zur Wasserversorgung investiert werden müssen.