Aktie China Water Affairs

Für viele Investoren, die sich mit dem Anlagethema Wasser beschäftigen, scheint momentan die Aktie des chinesischen Wasserversorgers China Water Affairs attraktiv zu sein. Das Unternehmen beliefert Städte in China mit Leitungswasser und ist zugleich in der Abwasseraufbereitung aktiv. Zudem konstruiert das Unternehmen Wasserzulaufleitungen für die Wasserinfrastruktur. Attraktiv erscheint es zum einem aufgrund der relativ günstigen Bewertung sowie den sehr vielversprechenden Aussichten. Und dies wohl auch zurecht. Nimmt man die Wasserkrise in China genauer unter die Lupe, wird einem deutlich, welchen Herausforderungen das Land im Bezug auf saubere Wasserversorgung in den nächsten Jahren des Wachstums gegenübersteht. China Water Affairs ebenso wie Beijing Enterprises Water Group kann von dem Aufbau einer soliden und sauberen Trinkwasserversorgung in China profitieren. Zudem ist China Water Affairs momentan mit einem KGV(Kurs-Gewinn-Verhältnis) von 15 und einem KBV(Kurs-Buchwert-Verhältnis) von 1,13 nicht zu teuer bewertet.

Doch dies sind alles nur Faktoren, die sich in erster Linie mit dem Unternehmen beschäftigen. Will langfristig erfolgreich investiert werden, wobei dies sowohl für Wasseraktien als auch für andere Investmentbereiche gilt, müssen alle Faktoren die auf das Unternehmen positiv oder negativ einwirken können mit in Betracht gezogen werden.
Denn in China wächst ein großes Bankenproblem heran. Die Vermögenswerte der Banken in China sind in den letzten zwölf Monaten um umgerechnet ca. 3,6 Billionen Dollar nach oben geschossen. Die chinesischen Banken sitzen wohl auf einem Berg fauler Kredite, der aber bis jetzt noch „vertuscht“ wird. Sollte die Kreditblase in China platzen, dies wird passieren, wenn die Wirtschaft nicht mehr so gut laufen sollte wie sie es bis jetzt noch tut, werden die faulen Kredite ans Tageslicht kommen und der chinesische Bankensektor aber auch der Staat wird einen schweren Dämpfer erleiden. Denn das Bankenproblem ist bereits schon länger bekannt in China. Die Bilanzsumme der chinesischen Geldhäuser steht inzwischen bei 24 Billionen Dollar, also 250 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. In den vergangenen vier Jahren ist der Wert um 140 Prozentpunkte im Verhältnis zum BIP gestiegen. Ein solcher Crash würde den kompletten Aktienmarkt herunterziehen und vor allem auch Unternehmen wie China Water Affairs, da Investitionen in öffentliche Bereiche auch automatisch gekürzt werden würden. Das Unternehmen ist in diesem Falle abhängig von Investitionen der Regierung und würde automatisch einen Umsatzrückgang im Falle einer schlechten Wirtschaftslage verbuchen.
Dies zeigt die Verstrickungen an der Börse und der einzelnen Wirtschaftsbereiche, die immer mitbeachtet werden sollten, möchte man an der Börse erfolgreich investieren.